Ende der Zeitumstellung stockt seit 2019
Eine Studie der EU-Kommission zu den Folgen soll bis Ende 2026 fertig sein.
Die Abschaffung der Zeitumstellung in der Europäischen Union (EU) kommt seit 2019 nicht voran. Die EU-Kommission hatte am 12. September 2018 einen Richtlinienvorschlag beschlossen, um die saisonale Zeitumstellung zu beenden. Nach ersten Gesprächen kamen die Beratungen im Rat der Mitgliedstaaten 2019 zum Stillstand, heißt es im Ratsdokument 10045/26. Das Europäische Parlament hielt im Oktober 2025 fest, dass sich der Rat in sechs Jahren auf keine gemeinsame Position geeinigt hat und das Dossier auf Eis liegt.
Ausgangspunkt war eine Online-Befragung der Kommission vom 4. Juli bis 16. August 2018. Dabei gingen 4,6 Millionen Rückmeldungen aus allen damals 28 Mitgliedstaaten ein, mehr als bei jeder anderen öffentlichen Konsultation der Kommission zuvor. Nach den vorläufigen Ergebnissen sprachen sich 84 Prozent der Teilnehmer für die Abschaffung der halbjährlichen Zeitumstellung aus. Aus Deutschland nahmen 3,79 Prozent der Bevölkerung teil.
„Die Botschaft ist sehr klar: 84 Prozent von ihnen sind für die Abschaffung der Zeitumstellung“, sagte damals die für Verkehr zuständige EU-Kommissarin Violeta Bulc. 76 Prozent der Teilnehmer bewerteten die Zeitumstellung als negative oder sehr negative Erfahrung. Als Gründe für ein Ende nannten sie gesundheitliche Beeinträchtigungen, mehr Unfälle im Straßenverkehr und nur geringe Energieeinsparungen.
Das Europäische Parlament stimmte im März 2019 mit 410 Stimmen bei 192 Gegenstimmen und 51 Enthaltungen dafür, die Uhren ab 2021 im Frühling und Herbst nicht mehr umzustellen. Im Rat hat Spanien inzwischen einen Vorstoß gemacht: Ministerpräsident Pedro Sánchez sagte auf einer Pressekonferenz, sein Land habe im Rat für Umwelt und Energie vorgeschlagen, die saisonale Zeitumstellung zu beenden.
In einer Plenardebatte am Donnerstag, 23. Oktober 2025, wollten die Abgeordneten von der Kommission und der dänischen Ratspräsidentschaft wissen, welche Hürden einer Einigung im Weg stehen. Neue Grundlage soll eine Studie der Kommission liefern. Laut dem Ratsdokument soll sie bis Ende 2026 abgeschlossen sein und weitere Belege zu den Folgen einer gemeinsamen Abschaffung der Zeitumstellung bringen, als Basis für die weiteren Beratungen.
Bilder im Video (Ausschnitte): Symbolbild: Guillaume Meurice / Pexels · Quelle · Foto: Zairon / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0 · Archivbild · Foto: blu-news.org / Wikimedia Commons / CC BY-SA 2.0 · Archivbild · Foto: Renardo la vulpo / Wikimedia Commons / CC0 · Archivbild · Videoclip: Pexels · Quelle
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