Schweden 64.000, Deutschland 579
2008 gab es in Deutschland noch 1.967 öffentliche Schutzräume
In Deutschland sind noch 579 öffentliche Schutzräume mit rund 478.000 Plätzen für den Zivilschutz gewidmet. Funktions- oder einsatzbereit ist keine dieser Anlagen, teilt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) mit. In Schweden gibt es nach Angaben der schwedischen Regierung vom 2. Juli 2026 rund 64.000 Schutzräume für etwa 7 Millionen Menschen. Laut tagesschau entspricht das etwa 70 Prozent der Bevölkerung.
Im Jahr 2008 waren es nach Angaben der Bundesregierung noch 1.967 öffentliche Schutzräume, wie der Pressedienst des Bundestags am 17. Juli 2026 berichtete. Den Rückgang erklärt das BBK mit einer Entscheidung von 2007: Der Bund gab damals im Einvernehmen mit den Ländern das Schutzbaukonzept auf, stellte die Instandhaltung der Anlagen ein und begann, sie aus der Zivilschutzbindung zu entlassen.
Nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ließ das Bundesinnenministerium im März 2022 alle verbliebenen Anlagen untersuchen. Die Bestandsaufnahme endete im Mai 2023. Ergebnis laut BBK: Die wenigen, sehr ungleich verteilten Schutzräume ließen sich grundsätzlich reaktivieren, Dauer und Kosten hängen vom gewünschten Schutzniveau ab. Die meisten Anlagen gehören nicht dem Bund, sondern Privatleuten, Städten und Gemeinden.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt lehnt neue Bunker trotz der Bedrohung durch Russland ab, berichtete die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am 14. September 2026. Bund und Länder bauen stattdessen eine Datenbank mit Orten auf, die Schutz bieten können, etwa Tunneln und Tiefgaragen. Nach Angaben der Bundesregierung geht es vor allem um U-Bahn-Stationen, Tiefgaragen in Städten und Keller. Sie sollen bundesweit erfasst und in der Warn-App NINA angezeigt werden, bezahlen soll das der Bund.
Auch in Schweden wird über neue Schutzräume diskutiert. Bei größeren Wohnungsbauprojekten seien in den vergangenen 20 Jahren keine mehr entstanden, sagte Alexander Cedergren, Assistenzprofessor für Gesellschaftssicherheit an der Universität Lund, der tagesschau.
Bilder im Video (Ausschnitte): Foto: Holger.Ellgaard / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0 · Archivbild 2012: Zufahrt zum Katarinaberg-Schutzraum in Stockholm · Foto: Holger.Ellgaard / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0 · Archivbild 2012: Katarinaberg-Schutzraum in Stockholm, im Alltag ein Parkhaus · Foto: Achim Hering / Wikimedia Commons / CC BY 3.0 · Archivbild · Symbolbild: Magda Ehlers / Pexels · Quelle · Symbolbild: zhou shen / Pexels · Quelle · Videoclip: Pexels · Quelle
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