Kehlsteinhaus brennt, eine Festnahme
Laut Polizei war niemand im Haus; Anfahrt und Löschen am Berg waren schwierig.
Das Kehlsteinhaus auf 1.834 Metern Höhe ist in der Nacht zum Samstag, 24. Oktober, in Brand geraten. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd trafen die ersten Rettungskräfte am Freitagabend um 21.52 Uhr ein und stellten einen Großbrand fest. Am frühen Samstagmorgen teilte die Polizei mit, dass eine verdächtige Person vorläufig festgenommen worden sei.
Wie die Berliner Zeitung berichtet, sahen Feuerwehrleute die Flammen bereits auf dem Weg nach oben. Bei ihrer Ankunft stand das gesamte Gebäude in Brand, auf Webcam-Bildern schlugen Flammen aus dem Haus, und der Feuerschein war zeitweise noch aus mehreren Kilometern Entfernung zu sehen. Gegen 7.00 Uhr am Samstagmorgen brannte es nach Auskunft eines Polizeibeamten noch immer.
Die exponierte Lage machte den Einsatz schwierig: Die schmale Bergstraße erschwert laut Berliner Zeitung den Einsatz schwerer Löschfahrzeuge, nach Angaben des Bayerischen Rundfunks (BR) musste eine zusätzliche Wasserversorgung aufgebaut werden. Rund 200 Kräfte waren beteiligt, darunter Feuerwehren aus sechs Gemeinden, die Bergwacht, das Bayerische Rote Kreuz und die Polizei. „Man kann nur mit schwerem Atemschutz in das Gebäude hinein“, sagte Polizeisprecherin Lisa Maier. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei hielt sich niemand im Haus auf, Verletzte gab es nicht.
Die Kriminalpolizei Traunstein hat die Ermittlungen übernommen. Ob die festgenommene Person mit dem Feuer in Verbindung steht, wird nach Angaben der Polizei noch untersucht; gesicherte Erkenntnisse zur Brandursache gibt es bislang nicht. Auch wie groß der Schaden ist und welche Teile des Bauwerks zu retten sind, lässt sich noch nicht abschließend sagen. Die Polizei kündigte an, im Laufe des Samstags über weitere Ergebnisse zu informieren.
Das Haus entstand 1937 und 1938 auf Initiative des NS-Funktionärs Martin Bormann und lag in einem abgeriegelten Wohn- und Regierungsareal der nationalsozialistischen Führung am Obersalzberg. Adolf Hitler empfing dort Diplomaten und ausländische Gäste, häufiger nutzten andere führende Nationalsozialisten es für private Aufenthalte. Die Luftangriffe vom April 1945 überstand es nahezu unversehrt. Seit 1952 ist es eine Berggaststätte mit einer Ausstellung zu seiner Geschichte; die Saison sollte laut Zweckverband Bergerlebnis Berchtesgaden noch bis zum 8. November laufen.
Bilder im Video (Ausschnitte): Foto: Jérémy Toma / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0 · Archivbild 2023: Das Kehlsteinhaus auf dem Kehlstein, vor dem Brand · Foto: Papa1234 at German Wikipedia / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0 · Archivbild 2010: Schild am Kehlsteinhaus, 1.834 Meter, vor dem Brand · Foto: H.G.Graser / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0 · Archivbild 2011: Busse auf der Kehlsteinstraße unterhalb des Hauses, vor dem Brand · Foto: Marcus Hebel / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0 · Archivbild 2020: Das Kehlsteinhaus, vor dem Brand
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