Netanjahu postet KI-Atompilz über Tel Aviv
Umfragen sehen Netanjahus Lager bei rund 50 von 120 Sitzen – für eine Mehrheit braucht es 61.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat am Sonntag, 25. Oktober, zwei Tage vor der Parlamentswahl in sozialen Medien eine Darstellung einer Atomexplosion über Tel Aviv veröffentlicht. Nach Angaben des israelischen Nachrichtenportals Ynetnews ist das Bild mit Künstlicher Intelligenz (KI) erzeugt. Der 77-Jährige warnte damit laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vor der Gefahr einer iranischen Atombombe.
Zu dem Bild zitierte Netanjahu den IT-Unternehmer Yuval Bloomberg, der von einer „realen und konkreten existenziellen Bedrohung“ durch Iran sprach. Erhielten die Iraner Atomwaffen, sei nichts anderes mehr von Bedeutung. Fielen zwei Atombomben auf Zentralisrael, interessiere sich niemand mehr für diese Auseinandersetzungen, hieß es in dem Beitrag.
Wer um das eigene Überleben und das seiner Familie besorgt sei, solle „mit zitternder Hand wählen“, wenn er seine Stimme jemandem geben wolle, der die Aufgabe nicht erfüllen könne, schrieb der Vorsitzende der rechtskonservativen Likud-Partei. Laut dpa zielte das offenbar auf ein erneutes Vorgehen gegen Iran. Solche Wähler setzten sich und ihre Angehörigen der Gefahr eines „zweiten Holocaust“ aus. Netanjahu bekräftigte zudem, Israel habe unter US-Präsident Donald Trump noch zwei Jahre Zeit, der iranischen Bedrohung zu begegnen. Teheran bestreitet Pläne zur nuklearen Aufrüstung.
Netanjahus Hauptrivale, der frühere Militärchef Gadi Eisenkot von der Mitte-Partei Jaschar, nannte den Regierungschef „hysterisch“. Auf der Plattform X warf er ihm vor, wie in jedem Wahlkampf zu „Lügen und Angstmache“ zu greifen und die Bevölkerung mit der Drohung massiver Zerstörung einzuschüchtern. Netanjahu sei gescheitert und werde nach der Wahl abgelöst. Auch Golan, früherer stellvertretender Generalstabschef der israelischen Armee und Vorsitzender der Partei Die Demokraten, verurteilte den Beitrag laut Ynetnews und warf Netanjahu vor, die Wähler verängstigen zu wollen.
Gewählt wird am Dienstag, 27. Oktober. Umfragen sehen Netanjahus rechtsreligiöses Lager laut dpa bei rund 50 Sitzen und damit deutlich unter der Schwelle von 61 der 120 Mandate im Parlament, der Knesset, die für eine Regierungsmehrheit nötig ist. Das Oppositionslager kommt auf 52 bis 56 Sitze.
Bilder im Video (Ausschnitte): Foto: U.S. Army, Staff Sgt. Michael Ito / Wikimedia Commons / Public domain · Archivbild: Benjamin Netanjahu · Foto: Eduard Marmet / Wikimedia Commons / CC BY-SA 2.0 · Archivbild: Tel Aviv bei Nacht · Foto: Yahav Trudler / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0 · Archivbild: Gadi Eisenkot · Videoclip: Pexels · Quelle
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