Barcelona128 Festnahmen
Barcelona: laut Polizei 128 Festnahmen und mindestens 14 verletzte Beamte. Portugal: 31 Festnahmen in Lissabon und Porto.
In Barcelona hat die katalanische Polizei Mossos d'Esquadra nach einem Jugendprotest am Samstagnachmittag, 24. Oktober, 128 Menschen festgenommen, 72 von ihnen minderjährig. Laut Berichten waren Hunderte Jugendliche und junge Erwachsene einem Aufruf in sozialen Medien zu einer unangekündigten Demonstration im Stadtzentrum gefolgt. Die Zahl der verletzten Beamten wird unterschiedlich angegeben: Die Nachrichtenagentur EFE meldet 15, die Zeitung elDiario.es 14, in beiden Fällen vier davon schwer.
Nach Berichten der spanischen Tageszeitung El País und des katalanischen Senders Betevé wurden Straßenmobiliar, Fahrräder und Motorräder beschädigt, Geschäfte geplündert und Müllcontainer angezündet. Die Polizei sprach von „grundloser Gewalt“. Die Feuerwehr löschte 33 Brände an Stadtmobiliar und Containern. Die Polizei stellte außerdem Stichwaffen, Sprays und Pyrotechnik sicher und fertigte 68 Verwaltungsprotokolle aus.
Das Motto des Marsches lautete laut elDiario.es „Instituts Indignats“, eine Übersetzung der Bewegung „Lycées Indignés“, die hinter den Schülerprotesten der vergangenen Wochen in Frankreich steht. Das Protestlager für Wohnraum, das seit fast einem Monat auf der Plaça de Catalunya steht, distanzierte sich von den Krawallen, obwohl sich die Jugendlichen am selben Ort versammelt hatten. „Das hat nichts mit dem Lager zu tun“, sagte eine Sprecherin des Lagers am Sonntag der Nachrichtenagentur EFE.
In Portugal räumte die Polizei in den frühen Morgenstunden des Sonntags, 25. Oktober, Protestlager gegen die Wohnungsnot in Lissabon und Porto. Nach ihrer ersten Bilanz gab es 31 Festnahmen, 25 in Lissabon und sechs in Porto; in einer Aktualisierung um 6:50 Uhr nannte sie elf Verletzte, acht Demonstranten und drei Polizisten. In Lissabon ging die Polizei nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters gewaltsam gegen Demonstranten vor. Dort hatten diese nach einem Protestmarsch mit Tausenden Teilnehmern am Samstag mehr als 100 Zelte aufgeschlagen, ein ähnliches Lager an derselben Stelle war bereits am Dienstag geräumt worden.
Der Abgeordnete Fabian Figueiredo vom Linksblock nannte den Einsatz „völlig unverhältnismäßig“, da es keine Störung der öffentlichen Ordnung gegeben habe. Die Demonstranten verlangen von der Regierung, einen Gesetzentwurf zur Erleichterung von Zwangsräumungen zu kippen und die Mieten bei Neuverträgen zu begrenzen. Nach Schätzungen der portugiesischen Zentralbank fehlen landesweit 300.000 Wohnungen, die Immobilienpreise haben sich seit 2017 mehr als verdoppelt.
Bilder im Video (Ausschnitte): Foto: Matti Blume, CC BY-SA 4.0 · Archivbild 2024: Plaça de Catalunya in Barcelona – hier versammelten sich am Samstag die Jugendlichen · Quelle · Foto: Felix König, CC BY 3.0 · Archivbild 2014: der Rossio in Lissabon – hier räumte die Polizei in der Nacht das Protestlager · Quelle · Videoclip: Pexels · Quelle
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