BundeswehrSabotage-Alarm
Zweithöchste Stufe: Erstmals hält die Bundeswehr es für möglich, selbst in Deutschland Ziel russischer Anschläge zu werden.
Die Bundeswehr hält es erstmals für möglich, in Deutschland selbst zum Ziel russischer Anschläge zu werden. In einer internen Sicherheitsanalyse, die dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) und der Süddeutschen Zeitung (SZ) vorliegt, bewertet sie die Bedrohung durch russische Sabotage gegen die eigene Truppe als „erheblich“. Das ist die zweithöchste Stufe ihrer Bewertungsskala. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte die Hochstufung nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Gestützt auf Einschätzungen der Nachrichtendienste rechnet die Bundeswehr laut der Analyse mit einer „kurzfristigen Lageverschärfung“ und mit „Aktionen in naher Zukunft“. Die Gefahr lasse sich nicht mehr örtlich begrenzen, heißt es in dem Papier.
Mitte September war unweit des Fliegerhorsts Wunstorf eine offenbar abgestürzte Drohne gefunden worden, wenige Meter daneben eine Konservendose mit hochexplosivem Sprengstoff. Nach dem Bericht von WDR und SZ ähnelt sie in ihrer Bauart der Sprengstoffdrohne, die Anfang August beim gescheiterten Anschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle eingesetzt wurde. Die Drohne von Wunstorf lag demnach wohl schon zwei Jahre in der Nähe des Stützpunkts. Die Ermittler gehen davon aus, dass mit ihr anders als in Leipzig keine zivilen Frachtflugzeuge angegriffen werden sollten, sondern möglicherweise Maschinen der Bundeswehr.
Die Vorfälle unterstreichen nach Einschätzung der Analyse, dass Russland „nahezu sicher über die Fähigkeit und sehr wahrscheinlich jetzt auch über die gesteigerte Absicht“ verfüge, in Deutschland gegen Kräfte und Einrichtungen der Bundeswehr sowie gegen Partner wie die Ukraine vorzugehen. Russland hat eine Beteiligung an Sabotageaktionen und hybriden Angriffen stets bestritten.
Ein Sprecher des Operativen Führungskommandos der Bundeswehr begründete die Einstufung mit der gestiegenen Bedrohungslage. Die Bundeswehr verstärke vorbeugend die Absicherung ihrer Standorte, um Einrichtungen und Personal zu schützen. Das Verteidigungsministerium prüft nach Angaben seines Sprechers, die Schutzmaßnahmen auszuweiten.
Bilder im Video (Ausschnitte): Foto: Dirk Vorderstraße from Hamm, Deutschland / Wikimedia Commons / CC BY 2.0 · Archivbild · Foto: MarcelX42 / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0 · Archivbild · Foto: Raboe001 / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0 de · Archivbild · Videoclip: Pexels · Quelle
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