Spürbar bis Weiden und Cham
Herd bei Bělá nad Radbuzou: 12 km tief laut Erdbebendienst Bayern, 9 km laut Prager Institut
Ein Erdbeben bei der westböhmischen Gemeinde Bělá nad Radbuzou hat in der Nacht zum Freitag, 23. Oktober, um 0:34 Uhr Menschen auf beiden Seiten der deutsch-tschechischen Grenze geweckt. Der Erdbebendienst Bayern bestimmte die Magnitude mit 3,2 und sprach von einem „kräftigen Erdbeben“. Das Geophysikalische Institut in Prag (Geofyzikální ústav AV ČR) registrierte eine Stärke von 3,4.
Auch bei der Tiefe des Herdes unterscheiden sich die Angaben: Der Erdbebendienst Bayern nennt etwa 12 Kilometer, das Prager Institut etwa 9 Kilometer. Das Epizentrum lag nach Angaben der Prager Forscher rund 9 Kilometer südlich von Přimda und 25 Kilometer von Tachov entfernt. Bis zur bayerischen Grenze waren es nach ersten Schätzungen nur rund zehn Kilometer, berichtete die Deutsche Presse-Agentur (dpa).
In Bayern war das Beben laut Erdbebendienst weit ins Grenzgebiet um Vohenstrauß in der Oberpfalz zu spüren, am Freitag lagen dort 129 Meldungen vor. Nach Angaben von Onetz nahmen es Menschen in Eslarn und Waidhaus ebenso wahr wie im weiter entfernten Oberviechtach und in Weiden. Beim Sender Radio Arabella meldeten sich laut OberpfalzECHO Hörer aus Furth im Wald, Cham, Waldmünchen und Weiden, die von vibrierenden Betten und klapperndem Geschirr berichteten.
Bei der Polizei in der Oberpfalz gingen nach Angaben einer Sprecherin vereinzelt Anrufe ein, vor allem aus der östlichen Oberpfalz; Schäden waren zunächst nicht bekannt. Im tschechischen Bezirk Tachov hörten Bewohner Medienberichten zufolge ein Grollen und spürten einen starken Stoß. „Das war ein Schuss wie aus einer Kanone“, sagte Kristian Ebenhöh, Bürgermeister der Gemeinde Tremesne, der Zeitung „Pravo“. Fast alle seine Nachbarn seien aufgewacht, gemeldete Schäden gebe es aber nicht. In Domazlice hielten Augenzeugen die Erschütterung für einen explodierten Heizkessel oder einen landenden Hubschrauber.
Deutlich stärker war ein Beben im Jahr 1985: Damals erschütterte nach dpa-Angaben ein Erdstoß der Stärke 4,6 die Region um die westböhmische Stadt Cheb (Eger). Hauswände bekamen Risse, Schornsteine stürzten ein, Dachziegel fielen herab.
Bilder im Video (Ausschnitte): Foto: Jik jik / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0 · Archivbild 2009: Kirche in Bělá nad Radbuzou, nahe dem Herd · Bildschirmfoto: Erdbebendienst Bayern (LMU München) · Quelle · Foto: Alois Köppl / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0 · Archivbild 2016: Waidhaus in der Oberpfalz · Videoclip: Pexels · Quelle
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